LFA 1 mit Unterstützung BFA 11

Ländliche Räume / Dustin Runschke

Ländliche Räume haben seit vielen Jahren mit hoher Abwanderung zu kämpfen. Das wollen wir ändern und sie somit zukunftsfähig machen. 

In den ländlichen Regionen liegt viel Potenzial für die Zukunft. Zum einen gibt es dort freie Wohnungen und Häuser, die günstiger erworben werden können als in Großstädten, wo massiver Wohnungsmangel herrscht. Wodurch natürlich auch ein höherer Lebensstandard entsteht, da die Lebenshaltungskosten geringer ausfallen. Zum anderen fördert es die Gesundheit, da durch eine Gemeinschaft ein gesundes Miteinander entsteht und die Nähe zur Natur der Seele guttut. Auch die familiären Banden sind in ländlichen Regionen oft stärker und dienen so auch der Entlastung jedes Einzelnen im Job, bei Hobbys oder aber bei der Kinderbetreuung. Der Osten hat stärker mit der Abwanderung zu kämpfen als der Westen. Obwohl auch der Osten kulturell vieles zu bieten hat. Martin Luther war im Osten, als er seine Thesen verfasste, Schiller ist aus Weimar und das Schloss Sanssouci steht in Potsdam. Die Askanier haben die Mark Brandenburg und Berlin gegründet. Man sieht also, dass der Osten auch für ganz Deutschland kulturell einiges zu bieten hat. Durch den technischen Fortschritt kann man Entfernungen in Zukunft auch immer schneller zurücklegen und kann auch gut und gerne in die nächste Großstadt fahren. Ob zum Arbeiten oder in seiner Freizeit, steht dabei jedem offen. Dafür müssen WIR jedoch erst die Voraussetzungen schaffen.   

Was wollen wir tun, um den ländlichen Regionen neues Leben einzuhauchen?

  1. Leerstehende Schlösser und Gutshäuser renovieren oder an ihre alten Besitzer zurückgeben, sofern dies möglich ist. Diese können dann zu neuen Begegnungsstätten werden oder neue Arbeitsplätze vor Ort schaffen. Es braucht dafür jedoch Menschen, die bereit sind, zu investieren und mit anzupacken. Es muss dabei jedoch explizit auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen vor Ort eingegangen werden. Der Westen darf nicht bestimmen, was im Osten passiert, wie es früher zur Wendezeit war. Durch die jahrelange Teilung Deutschlands, ticken die Menschen in Ost und West in einigen Themen anders. Das ist auch gut so, denn das ist kulturelle Vielfalt, die in unserem Land auch durch den Föderalismus geschützt wird. Auch heute kann noch beobachtet werden, dass Guts- und Herrenhäuser sowie Schlösser ländliche Regionen am Leben halten. 
  1. Rentnern mehr Anerkennung zollen und sie ermutigen, auch in der Rente noch aktiv am Geschehen vor Ort teilzunehmen. Gerade auf Kulturfesten spielen Rentner immer noch eine zentrale Rolle, sei es bei der Planung, der Vereinsarbeit oder beim Kuchenbacken für das gemeinsame Kaffeetrinken. Die Menschen werden nicht nur immer älter, sondern auch fitter. Man darf auch nicht vergessen, dass Heimarbeit auch zum gesellschaftlichen Miteinander und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beiträgt, und dadurch, dass die Rentner nicht nur immer älter werden, sondern auch fitter, sind sie dabei ein zentraler Pfeiler. Außerdem können sich Jung und Alt so auch umeinander kümmern und voneinander lernen und sich in Zeiten der Digitalisierung und unserer schnelllebigen Welt vielleicht auch besser verstehen lernen. Es kommt leider zu häufig vor, dass ältere Menschen sagen, dass man sich mit der jungen Generation nicht mehr unterhalten kann, oder aber, dass die junge Generation von alten weißen Männern spricht.
  1. Investitionen in die Infrastruktur müssen schnell und sinnvoll vorangetrieben werden. Dabei soll niemand zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Insbesondere für neue Technologien stehen dabei viele Türen offen. Sei es Wasserstoff, der direkt vom Strom von nahegelegenen Windkraftanlagen profitiert, oder Pilotprojekte mit autonomem Fahren.  
  1. Die Menschen müssen zudem wieder mehr Freiheiten bekommen, um auf ihrem Grund und Boden zu machen, was sie wollen, ohne kostspielige und nervenaufreibende Genehmigungsverfahren zu durchlaufen. Hierzu zählt jedoch nicht, dass geltende Regeln der Abfallentsorgung oder des Miteinanders aufgehoben werden. Es geht lediglich um z. B. Baugenehmigungen.
  1. Auch andere sinnlose Vorschriften müssen abgeschafft werden. Um einige Beispiele zu nennen: das Anbringen von Geländern auf einem Steg, um das Springen ins Wasser zu verhindern, das Besteuern von Kuchenverkäufen an Schulen oder ein Seilbahngesetz, obwohl es keine Seilbahn gibt. Hier müssen sich Ministerien, Verbände und andere Behörden jeweils hinsetzen und jede Regelung auf ihre Sinnhaftigkeit überprüfen und sinnlose Maßnahmen unverzüglich abschaffen. Dabei sollte jeder Kommune auch ausreichend Handlungsspielraum eingeräumt werden, um selbstständig Regelungen zu streichen und nicht erst wieder mit übergeordneten Behörden zu diskutieren, ob sie diese Regelung abschaffen dürfen oder nicht. Nicht zu vergessen ist jedoch, dass auch der zügellosen Regelungswut der EU Einhalt geboten werden muss.
  1. Mehr Zuständigkeiten an die Kommunen abgeben. Diese können bessere und sinnvollere Entscheidungen treffen, da sie vor Ort sind und somit näher am Geschehen und eher in der Materie stecken als Bürokraten in den Ministerien. Im Zuge dessen müssen auch mehr Gelder vom Bund an die Kommunen fließen, und zwar ohne unsinnige Bedingungen, die vorher erfüllt werden müssen. Dort sitzen die Menschen, die Steuern zahlen, und für diese Menschen sollte das Geld vor Ort auch wieder zum Einsatz kommen. Langfristig würden so auch Gelder eingespart, da Maßnahmen gezielter eingesetzt werden, um Missstände zu beseitigen. Außerdem muss das sogenannte „Dezemberfieber“ unterbunden werden, indem man Zahlungen nicht an die vorhergehenden Ausgaben bindet, sondern an den tatsächlichen Bedarf der Gemeinde orientiert etc.
  1. Breitbandausbau bis an die Häuser der Bürgerinnen und Bürger vorantreiben und nicht nur bis an die Verteilerkästen.
  1. Ansiedlung von Unternehmen und Start-ups erleichtern und begünstigen.
  1. Natur und Umwelt erhalten. Gerade auch die einheimische Flora und Fauna müssen geschützt werden. Invasive Arten müssen zurückgedrängt werden. Dabei sind insbesondere die Jäger gefragt, die dafür auch den entsprechenden gesetzlichen Rahmen bekommen und auch angemessen für ihre Mühen entschädigt werden müssen. Zusätzlich muss dabei mit den jeweiligen Experten das Vorgehen genau abgestimmt werden, um zu schauen, welche Maßnahmen wie intensiv verfolgt werden müssen und wie effektiv diese sind. 
  1. Die Landwirtschaft muss wieder ihr Geld mit Landwirtschaft verdienen können und nicht durch Subventionen und Energieerzeugung am Leben gehalten werden. Das heißt nicht, dass sofort alle Subventionen gestrichen werden sollen. Es gilt jedoch der Grundsatz: „Arbeit muss sich wieder rechnen. Schritt für Schritt muss die Landwirtschaft wieder wettbewerbsfähig und damit zukunftstauglich gemacht werden. Dabei gehen einige Betriebe schon gut voran, und an diesen müssen wir uns orientieren. Denn das hilft auch der Umwelt und schützt Arten und am Ende auch die Gesundheit der Menschen durch hochwertige Lebensmittel.

Quelle: Zuschauer in der Ersten Reihe – Franz von Bayern